Vorstellungen von Dritt- und Viertklässler*innen zu Müllsorten und ihrer Entsorgung : Eine qualitative Querschnittsstudie

Das Thema Müll ist ein sehr lebensnaher Lerngegenstand, da Schüler*innen im Alltag mit Littering, anfallendem Müll im Haushalt und der damit verbundenen Mülltrennung konfrontiert werden. Das Ziel dieser Master-Thesis besteht daher darin, herauszustellen, welche Vorstellungen Dritt- und Viertklässler*innen zu Müllsorten und deren Entsorgung haben, und bestehende Forschungslücken zu schließen. Die Beantwortung dieser Forschungsfrage liefert einen Beitrag dazu, an welche Vorerfahrungen in der schulischen Praxis angeknüpft werden kann, um vorhandene Vorstellungen zu belastbaren Konzepten weiterzuentwickeln. Dies ist deshalb wichtig, da Schüler*innen dazu befähigt werden sollen, ihren eigenen Umgang mit Müll zu reflektieren und die fachgerechte Entsorgung zu erlernen. Zur Beantwortung der Forschungsfrage wurden 42 Dritt- und Viertklässler*innen im Alter zwischen acht und elf Jahren gebeten, Zeichnungen, inklusive Beschreibungen, zu ihren Vorstellungen über Müllsorten und deren Entsorgung anzufertigen. Weiterhin wurde mit zehn ausgewählten Schüler*innen ein Interview über ihre Vorstellungen geführt. Die gewonnenen Daten wurden mithilfe der qualitativen Inhaltsanalyse ausgewertet und zeigen, dass den Schüler*innen 16 Müllsorten bekannt sind, wobei Vorstellungen zu Müllsorten und ihrem Entsorgungsweg dominieren, mit denen Kinder persönliche Alltagserfahrungen verbinden. Dargestellt werden diese Müllsorten durch den Abfall, das Entsorgungsbehältnis oder eine Kombination aus beidem. Weitere Müllsorten und ihr Entsorgungsweg werden nur von einzelnen Kindern genannt. Darüber hinaus lassen sich die Vorstellungen in drei Verständnisstufen zum Entsorgungsweg der jeweiligen Müllsorten unterteilen. Hier zeigen die Proband*innen Vorstellungen zur Entsorgung in das richtige Entsorgungsbehältnis und die Abholung dessen durch die Müllabfuhr sowie auch Wissen über die Entsorgung bezogen auf die verschiedenen Abfallhierarchiestufen, wobei Vorstellungen zum Recycling und zur energetischen Verwertung überwiegen. Gerade für die dominierenden Müllsorten lässt sich der Trend erkennen, dass weniger als einem Drittel der Schüler*innen mindestens ein Teilprozess der Verwertungsverfahren bekannt ist. Zudem konnte in den Zeichnungen der Schüler*innen ein Bezug zwischen der Entsorgung des Mülls und Umweltverschmutzung hergestellt werden. Alternative Vorstellungen beziehen sich unter anderem auf die Entsorgung des Abfalls in das falsche Entsorgungsbehältnis. Aus den Ergebnissen ergibt sich sowohl die Notwendigkeit einer Differenzierung zwischen den Müllsorten sowie einer Thematisierung der Bedeutsamkeit der Mülltrennung für die schulische Praxis als auch die Notwendigkeit für weitere Forschung zur Herkunft von bestimmten alternativen Vorstellungen und unerwarteten Ergebnissen.

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