Neue rechtliche und technische Ansätze bei der Beurteilung von Chemieanlagen bzw. Betriebsbereichen i. S. d. Störfall-Verordnung im Rahmen der Bauleitplanung

Typisierende Betrachtung mit Hilfe von Elementen der Risikobewertung

Dateibereich 1068

16,68 MB in einer Datei, zuletzt geändert am 22.01.2018

Dateiliste / Details

DateiDateien geändert amGröße
dd0701.pdf22.01.2018 12:16:4816,68 MB
Durch Ereignisse in Enschede und Toulouse, wo nach der Explosion von Feuerwerkskörpern bzw. Ammoniumnitrat in der unmittelbaren Nachbarschaft industrieller Anlagen Wohnhäuser verwüstet und zahlreiche Anwohner getötet und tausende Anwohner verletzt wurden, ist die Frage der planerischen Bewältigung eines verträglichen Nebeneinanders von industrieller Nutzung und Wohnbebauung erneut nachhaltig in den Blickpunkt der Politik und Öffentlichkeit getreten.

Eine zentrale Rolle bei der Zulässigkeit von Vorhaben kommt in der Bauleitplanung dem zwischen industrieller Nutzung und Wohnbebauung erforderlichen Abstand zu. Nach den Vorgaben der Seveso-II-Richtlinie ist zwischen Wohnbebauung und Störfallanlagen ein angemessener Abstand erforderlich. Nach den Vorgaben der Störfall-Verordnung ist das Risiko einer Nutzung zu ermitteln. Den genannten rechtlichen Vorgaben kommt die deutsche Vorgehensweise bisher nicht ausreichend nach; vielmehr erfolgt die Beurteilung der Zulässigkeit von Vorhaben in der Bauleitplanung ausschließlich über die typischerweise von bestimmten Anlagen ausgehenden Emissionen wie Gerüchen oder Lärm.

Es werden neue rechtliche und technische Ansätze einer typisierenden Betrachtung mit Hilfe von Elementen der Risikobewertung bei der Beurteilung von Chemieanlagen bzw. Betriebsbereichen i. S. d. Störfall-Verordnung vorgestellt. Wegen der großen Bedeutung wird auch auf bereits bestehende Situationen eingegangen. Gleichzeitig wird in Anlehnung an die bisherige Vorgehensweise im Rahmen der immissionsschutzrechtlichen Anlagenzulassung der praktizierte Ansatz auf die Bauleitplanung übertragen und die Ergebnisse mit der typisierenden Betrachtung mit Hilfe von Elementen der Risikobewertung verglichen.

Die vorgeschlagene Methodik bietet eine Reihe wesentlicher Vorteile gegenüber der bisherigen Praxis in der Bauleitplanung "starre" Abstände zwischen industrieller Nutzung und Wohnbebauung für bestimmte Anlagentypen festzulegen. Anders als bisher können sowohl die Größe und Umgebung des Standortes, die Nutzung zwischen Industrie und Wohnbebauung, die Bevölkerungsdichte als auch bestehende Situationen einbezogen werden. Gleichzeitig wird der Bewertungsmaßstab transparent.

Lesezeichen:
Permalink | Teilen/Speichern
Dokumententyp:
Wissenschaftliche Abschlussarbeiten » Dissertation
Fakultäten und Einrichtungen:
Fakultät für Maschinenbau und Sicherheitstechnik » Sicherheitstechnik » Dissertationen
Dewey Dezimal-Klassifikation:
600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften » 600 Technik » 600 Technik, Technologie
Sprache:
Deutsch
Kollektion / Status:
Dissertationen / Dokument veröffentlicht
Dokument erstellt am:
07.03.2007
Dateien geändert am:
22.01.2018
Datum der Promotion:
05.02.2007
Medientyp:
Text