Klimafreundliche Mobilität durch Förderung von Pedelecs

Lokale Langfristszenarien über die Wirkung von Instrumenten und Maßnahmen am Beispiel der Stadt Wuppertal

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Die Verbreitung von Pedelecs (Fahrräder mit elektromotorischer Tretunterstützung) entwickelt sich in Deutschland dynamisch. Vor diesem Hintergrund werden dem Pedelec große Potenziale beigemessen, zum Klimaschutz beizutragen. Das Verkehrsmittel könnte nämlich auf Wegen genutzt werden, für die sonst in erster Linie das Auto verwendet wird.

Die Studie untersucht Möglichkeiten zur Förderung des Pedelecs, durch die vorhandene Potenziale des Pedelecs ausgeschöpft werden und sich Personenmobilität dadurch klimafreundlicher gestal¬tet. Es werden Politikinstrumente und private Maßnahmen erarbeitet, die die Anschaffung und Nutzung des Pedelecs fördern. Anschließend wird deren Klimaschutzwirkung quantifiziert.

Dazu werden zunächst sieben einstellungsbasierte Mobilitätstypen erarbeitet und deren Affinitäten zum Pedelec definiert. Außerdem werden die Pedelec-Affinitäten verschiedener Lebensphasen von Personen und Haushalten untersucht. Sodann werden Instrumente und Maßnahmen zur Förderung von Anschaffung und Nutzung des Pedelecs und deren Wirkungsmechanismen erarbeitet, um daraufhin festzustellen, auf welche Weise sie das Verkehrsmittelwahlverhalten (potenzieller) Pedelec-Nutzer beeinflussen.

Die Quantifizierung der Wirkung der Instrumente und Maßnahmen findet in zwei Szenarien anhand einer Fallstudie für die Stadt Wuppertal statt. Das erste Szenario geht von einem business as usual aus, und das zweite Szenario nimmt demgegenüber die Einführung von Instrumenten und Maßnahmen an, die Anschaffung und Nutzung von Pedelecs ambitioniert fördern. Die qualitativen Szenarienannahmen werden über ein Modell quantitativ berechnet, welches die vorhergehenden Analysen zu den Mobilitätstypen und Lebensphasen und zu deren jeweiligen Pedelec-Affinitäten aufgreift.

Es stellt sich heraus, dass eine ambitionierte Förderung des Pedelecs deutlich zum Klimaschutz beiträgt. In Wuppertal reduzieren sich die CO2-Emissionen in der Personenmobilität bis 2050 gegenüber einem business as usual um 11 Prozent. Als besonders wirksam zur Erhöhung des Anteils des Pedelecs erweist sich die Einführung einer Regelgeschwindigkeit von 30 km/h innerorts inklusive aller Hauptverkehrsstraßen. Die Unterstützung des Erwerbs von Pedelecs erhöht bei ambitionierter Förderung den Anteil von Pedelecs deutlich, während sie sich in einem business as usual als Strohfeuer erweist. Das Fahrrad profitiert zwar von der Förderung des Pedelecs, kann in der Größenordnung ähnliche Klimaschutzeffekte aber nicht bewirken.

Die Ergebnisse der Fallstudie Wuppertal lassen Rückschlüsse auf die generelle Wirksamkeit der Förderung von Pedelec-Anschaffung und -Nutzung zu. Entscheidungsträger aus Politik, Verwaltung und Privatwirtschaft können sie nutzen, um die Art und Weise der Umsetzung ihrer eigenen Klima-schutzziele festzulegen. Die Entscheidungsträger auf der lokalen Ebene können durch Pedelec-Förderung unabhängig von den Entscheidungen anderer Akteure, etwa der Automobilindustrie und der Bundesregierung, ambitionierte Klimaschutzpolitik betreiben.

The diffusion of pedelecs (electric bicycles which require the rider to pedal in order to activate the motor) develops dynamically in Germany. Against this background, a high potential to contribute to climate protection is being attributed to pedelecs. Namely, this means of transport could be used on trips, for which the car is usually considered.

This study examines possibilities of pedelec promotion that aim at realising the full potential of pedelec usage and, thereby, contribute to climate friendly passenger transportation. Therefore, the study develops policies and measures, which foster the purchase and usage of pedelecs. Building upon this, the study quantifies the resulting effects for climate protection.

The study commences with constructing attitude-based mobility types and, based upon differenti-ated reasons to use a pedelec, defines their specific pedelec affinity. The study then analyses differ-ent life stages of individuals and households and their respective pedelec affinities. Thereafter, it explores policies and measures to foster purchase and usage of pedelecs, and develops factors influencing the modal behaviour of (potential) target groups.

The quantification of the climate protection effects is realised with two scenarios for the German City of Wuppertal. The first scenario assumes business as usual, and the second scenario assumes the introduction of ambitious policies and measures to encourage purchase and usage of pedelecs. The qualitative scenario assumptions are calculated by a quantitative model, which includes the analyses on attitude-based mobility types and on life stages’ respective pedelec affinities.

The results indicate that ambitious promotion of pedelecs significantly contributes to climate pro-tection. Compared to business as usual, ambitious promotion of pedelec purchase and usage reduces co2-emissions of passenger transport in Wuppertal by 11 per cent in 2050. A spatially inclusive and comprehensive 30 km/h speed limit proves to be particularly effective. In the scenario of ambitious promotion of pedelecs, policies and measures solely fostering the purchase of pedelecs significantly increase the modal share of pedelecs, whereas in a business as usual such efforts remain ineffective. The traditional bicycle profits from the promotion of pedelecs, but its increased usage does not bring about similar climate protection effects.

The results for the Wuppertal case allow general conclusions about the effectiveness of policies and measures fostering purchase and usage of pedelecs. Politicians, administration and (private) com-panies can utilise the results in order to determine their preferred way of realising their respective climate protection targets. By fostering the pedelec, local decision makers can pursue ambitious climate policy, irrespective of decisions from players from other levels, notably the automotive industry and the federal government.

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Dokumententyp:
Wissenschaftliche Abschlussarbeiten » Dissertation
Fakultäten und Einrichtungen:
Fakultät für Architektur und Bauingenieurwesen » Bauingenieurwesen » Dissertationen
Dewey Dezimal-Klassifikation:
600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften » 620 Ingenieurwissenschaften » 620 Ingenieurwissenschaften und zugeordnete Tätigkeiten
Sprache:
Deutsch
Kollektion / Status:
Dissertationen / Dokument veröffentlicht
Datum der Promotion:
01.04.2014
Dateien geändert am:
12.08.2014
Medientyp:
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