Auswirkungen von sozialer Zurückweisung unter besonderer Berücksichtigung der interpersonellen Sensitivität - Drei empirische Studien in Schulen

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In drei experimentellen Studien in Schulen wurden Hypothesen zu den Auswirkungen von sozialer Zurückweisung getestet, welche auf evolutionspsychologisch orientierten Theorien basierten.
In den ersten beiden Experimenten wurde bei den teilnehmenden Schülern der Eindruck erzeugt, von vermeintlichen Interaktionspartnern im Internet zurückgewiesen bzw. akzeptiert zu werden. Im dritten Experiment erhielten die Schüler die Aufgabe, sich an eine erlebte Erfahrung von Zurückweisung bzw. Akzeptanz zu erinnern und diese zu beschreiben.
Gemäß der Soziometer-Theorie (Leary et al., 1995) wurde angenommen, dass die Erfahrung von sozialer Zurückweisung zu sinkender Zustandsselbstwertschätzung und verschlechterter Stimmung führt. Derartige Effekte zeigten sich in keinem der drei Experimente.
Entsprechend der Theorie des "Social monitoring system" (Pickett et al., 2004) wurde erwartet, dass die Erfahrung, von anderen zurückgewiesen zu werden, zu einer gesteigerten interpersonellen Sensitivität führt. Im ersten Experiment zeigten die zurückgewiesenen Probanden bei einer "Visual dot probe"- Aufgabe aber keine erhöhte Neigung, ihre Aufmerksamkeit auf soziale Stimuli zu lenken, und im zweiten und dritten Experiment war ihre Diskriminationsleistung in Bezug auf soziale Stimuli bei einer lexikalischen Entscheidungsaufgabe nicht besser als die der übrigen Teilnehmer. Anders als für die Schüler der Akzeptanz- und Kontrollbedingung ergaben sich aber für die Teilnehmer der Zurückweisungsbedingung im dritten Experiment signifikant schlechtere Diskriminationsleistungen bei neutralen Stimuli als bei sozialen Stimuli, was auf eine kognitive Beeinträchtigung bei erhaltener Sensitivität für soziale Signale hinweist.
Darüber hinaus zeigte sich bei Schülern der Zurückweisungsbedingung im dritten Experiment, wie gemäß der Ostrazismus-Theorie (Williams & Zadro, 2005) erwartet, eine verstärkte Anregung von auf Affiliation und Kontrolle gerichteten Motiven. Schließlich wurde bei den Internet-basierten Formen der Induktion von Zurückweisung und Akzeptanz eine erhöhte Neigung der zurückgewiesenen Teilnehmer festgestellt, ihre Interaktionspartner abzuwerten, und es bestand in dieser Gruppe auch geringeres Interesse daran, die Internet-Kontaktpartner näher kennen zu lernen.
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Dokumententyp:
Wissenschaftliche Abschlussarbeiten » Dissertation
Fakultäten und Einrichtungen:
Fakultät für Human- und Sozialwissenschaften » Psychologie » Dissertationen
Dewey Dezimal-Klassifikation:
100 Philosophie und Psychologie » 150 Psychologie » 150 Psychologie
Sprache:
Deutsch
Kollektion / Status:
Dissertationen / Dokument veröffentlicht
Dokument erstellt am:
14.08.2009
Dateien geändert am:
22.01.2018
Datum der Promotion:
31.07.2009
Medientyp:
Text