Mediengestaltung im interkulturellen Vergleich. Eine Studie zu Mikroaspekten der Globalisierung

Dateibereich 6359

32,11 MB in einer Datei, zuletzt geändert am 22.01.2018

Dateiliste / Details

DateiDateien geändert amGröße
df1403.pdf22.01.2018 13:22:1132,11 MB

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem interkulturellen Vergleich von lokalen Werbespots aus Deutschland und Ecuador. Im Zentrum des Interesses steht die implizite Dimension der technisch gebundenen audiovisuellen Kommunikation, d.h. die Art und Weise, wie die Kommunikationsmedien – das Bild, die Sprache und die Musik – bei der Gestaltung der Spots verwendet werden. Ausgangspunkt der Untersuchung bildet der Ansatz von Nothnagel/Vera (2004, 2005), dass Habitusformen der Face-to-Face-Kommunikation die technisch gebundene audiovisuelle Kommunikation formatieren. Das Interesse dieser Arbeit lag in der Folge darauf, die bewegten, audiovisuellen Bilder vor dem Hintergrund der jeweiligen, kommunikativen Praxen der Kulturen, in denen sie erstellt wurden, zu analysieren.
Das Projekt gründet dementsprechend auf einem interdisziplinären theoretischen Rahmen, der hauptsächlich auf Ansätze der Kommunikations- und Kognitionswissenschaft sowie der Soziopragmatik Bezug nimmt. Es wird von einem wissensbasierten Verständnis der Kommunikationsprozesse ausgegangen: Die Face-to-Face-Kommunikation ist in diesem Sinne ein ‚knowing how‘ (Ryle 1971), welche nur im Kontext einer sozial- und kulturgebundenen kommunikativen Praxis zu betrachten ist. Die Art und Weise, wie der Mensch mit der Sprache sowie paraverbal und nonverbal kommuniziert, wird in der Konsequenz nur im Laufe von den Sozialisationsphasen erworben. Mit anderen Worten ist die Kommunikation an einen angeeigneten ‚Habitus‘ (Bourdieu 1979) gebunden, welche die gemeinsame Praxis zwischen den Mitgliedern einer Kultur ermöglicht.
Die Untersuchung beruht auf einer umfangreichen und detaillierten, statistisch gestützten Analyse visueller und akustischer Aspekte der Fernsehwerbung beider Kulturen. Als Hauptgruppe wurde für die Untersuchung eine Dienstleistung ausgewählt, die selbst ein Produkt der Medienentwicklung ist und als eines der Erkennungszeichen der gesellschaftlichen Veränderung im Zeitalter der Globalisierung bezeichnet werden kann: Die Mobiltelefonie. Gleichzeitig ermöglicht die Untersuchung dieser Branche eine besondere Beobachtung der metakommunikativen Ebene deutscher und ecuadorianischer Werbespots, da die Kommunikation selbst in der Werbung thematisiert wird.
Die Ergebnisse dieser Untersuchung zeigen große Unterschiede zwischen den deutschen und ecuadorianischen Samples. Zusammengefasst zeigen die deutschen und ecuadorianischen Werbespots eine deutliche Tendenz zu ‚blends‘, die unterschiedliche Grade mentaler Räume der entsprechenden kulturgebundenen Wissensformen enthalten. Dies kommt in den Nah- und Distanzgraden bei der Inszenierung der Personen, deren Darstellung im Handlungsraum, dem Körperkontakt, u.a. die Berührungen zwischen den Darstellern, sowie den körpergebundenen ‚temporalidades‘ bzw. den Rhythmen der Kulturen zum Ausdruck. Die kulturspezifische Konfiguration dieser analogen Wissensformen entspricht auf übergeordneter Weise mentalen Modellen, die auf die kommunikativen Praxen der untersuchten Kulturen zurückzuführen sind. Die Verwendung der Medien weisen in der Konsequenz, wie Wendl (2004) aus medienanthropologischer Sicht hinweist, eindeutige „kulturelle Konkretionen“ auf.

Lesezeichen:
Permalink | Teilen/Speichern
Dokumententyp:
Wissenschaftliche Abschlussarbeiten » Dissertation
Fakultäten und Einrichtungen:
Fakultät für Design und Kunst » Mediendesign / Designtechnik » Dissertationen
Dewey Dezimal-Klassifikation:
700 Künste und Unterhaltung
Sprache:
Deutsch
Kollektion / Status:
Dissertationen / Dokument veröffentlicht
Dateien geändert am:
22.01.2018
Datum der Promotion:
19.08.2014
Medientyp:
Text
Quelle:
Nothnagel, D./Vera Aguirre, Gilda, Mental Models of Communication and Television Advertising. In: CLCWeb: Comparative Literature and Culture, 7 (4), 2005 [http://dx.doi.org/10.7771/1481-4374.1283].

Ryle, G., Collected Papers Volume II, Collected Essays 1929-1968. London 1971.

Bourdieu, P., Entwurf einer Theorie der Praxis. Frankfurt am Main 1979.

Wendl, Tobias, Medien und ihre kulturelle Konkretion. In: Fohrmann, J./Schüttpelz, E. (Hrsg.), Die Kommunikation der Medien. Tübingen 2004:37-67.